22. Mai 2006

Was kommt heute?

Der IdeenPark geht in seine dritte Runde, und endlich hat auch die Sonne das EXPO-Gelände gefunden. Dass das wechselhafte Wetter der letzten Tage allerdings Kindergeburtstag im Vergleich zu den wirklich ungemütlichen Orten der Erde ist, das zeigt heute die Kinder-Uni. Warum ist die Antarktis der Kühlschrank der Erde?.
Später ist Tempo und Diskussion angesagt, wenn in der IdeenShow die rasende Holländerin Ellen van Vugt mit ihrem Hochgeschwindigkeitsfahrrad auf die Bühne rollt und der in Indien geborene TV-Journalist Ranga Yogeshwar mit seinen Gästen zum Thema Modernisierung durch Migration? über den Zusammenhang zwischen offenen Grenzen und technischem Fortschritt diskutiert. Die Schranken von Raum und Zeit hingegen sprengt das Aktionstheater Mova Futura. Thema ihrer täglichen Show: die Geschichte der Technik.

Was war gestern?

Mailand, London, Paris Hannover? Geht es nach Professor Martina Glomb kommt die Mode der Zukunft vielleicht aus Niedersachsen ganz im Sinne des gestrigen IdeenTag-Mottos Wie sich Niedersachsen für die Zukunft fit macht. Gemeinsam mit Studentinnen der Fachhochschule Hannover stellte die Designerin eine Kollektion vor, die bislang in keiner Boutique ausliegt: darunter Blazer und Jacken, die sich dank eingebauten Ohrstöpseln und Mikrophon nahtlos mit dem Handy verbinden lassen. Die Bedienung erfolgt per Tastatur am Ärmel oder Gürtel. Die Elektronik ist jetzt nicht mehr in der Handtasche, da ist jetzt Platz für wichtigere Dinge, so Professor Glomb. Zudem lassen sich die Kleidungstücke mit wenigen Handgriffen umfunktionieren schon wandelt sich etwa der Frack zum Cape. Die Verbindung von Technik mit pfiffigem Design bietet Erreichbarkeit rund um die Uhr sowie die Möglichkeit zum spontanen Kleiderwechsel. Dadurch, dass der Mensch die Elektronik bei sich hat, braucht er sein Zuhause nicht mehr, erläutert Glomb. Er ist in seiner Kleidung zuhause. Und die kann sich verschiedenen Situationen anpassen.

Moderieren und Mimikerkennung alles vollautomatisch

Während die in Hightech-Kleider geh├╝llten Models nur gestern auf der Plaza-Bühne zu bewundern waren, ist ein eher kompaktes Hightech-Modell bei jeder IdeenShow dabei: der Roboter Zweipunktnull. Zusammen mit Ranga Yogeshwar und Helge Haas tritt er als Stichwortgeber auf die Bühne. Ideen in kleinen Kugeln, sozusagen SMS in Schaumstoffform, wirft der robotische Co-Moderator auf und vor die Bühne und bindet so auch gleich das Publikum direkt ins Geschehen mit ein. Weiteres Kommunikationsmittel: rote Warnlampe für Nein, grüne Warnlampe für Ja sowie eine überdimensionale Glühbirne für passend zum Namen der Show eine gerade im Elektronenhirn aufkommende Idee.
Ziemlich leicht zu durchschauen, dieser 2.0, zumindest bei einfachen Ja-Nein-Fragen. Die menschliche Mimik ist da schon weitaus komplexer, vor allem für künstliche Intelligenzen. Dass sich dies bald ändern könnte, davon konnte sich nicht nur Ministerpräsident Christian Wulff am Samstag, sondern seit dem auch viele weitere Besucher der Exponatinsel 12 Leben erleichtern selbst überzeugen. Münchner Forscher lassen dort einen Computer in Besucher-Gesichtern lesen. Er erkennt nicht nur uns als Entwickler, versichert Diplom-Informatiker Matthias Wimmer, sondern auch jeden der Besucher hier auf dem IdeenPark.
Genauer gesagt dessen Gesichtsausdruck. Trainiert mit den Videoaufnahmen von hunderten von Testpersonen kann das System nämlich aus den Muskelbewegungen im Gesicht sechs unterschiedliche Mimiken unterscheiden.
Ein mögliches Einsatzgebiet in der näheren Zukunft ist sicherlich das Auto. Durch rechtzeitiges Erkennen typischer Ermüdungserscheinungen könnte das System Autofahrer vor dem gefährlichen Sekundenschlaf bewahren.
Noch Zukunftsmusik ist hingegen das automatische Herunterfahren des Computers nach einem Wutanfall seines Benutzers. Zum Glück.